Diakonisches Werk hisst Fahne zur Aktion „Frei leben – ohne Gewalt“

Die Fahne „Frei leben – ohne Gewalt“ wehte am 25. November vor dem Diakonischen Werk in Berlin-Steglitz. „Terre des Femmes“ ruft jedes Jahr am 25. November, dem internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen, dazu auf, mit einer Fahne ein sichtbares Zeichen zu setzen. Das Diakonische Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz beteiligte sich an der Aktion. Schwerpunkt 2017: Mädchen schützen! Weibliche Genitalverstümmelung gemeinsam überwinden.

Fahne „Frei leben - ohne Gewalt“
Die Fahne „Frei leben - ohne Gewalt“ weht vor dem Haus der Diakonie in Berlin-Steglitz.
25.11.2017

Schwerpunkt 2017: Mädchen schützen! Weibliche Genitalverstümmelung gemeinsam überwinden

Weibliche Genitalverstümmelung bezeichnet eine schwere Menschenrechtsverletzung, bei der Teile des weiblichen Genitals abgeschnitten oder verletzt werden. Diese Praxis stellt damit einen Verstoß gegen das Recht auf körperliche und psychische Unversehrtheit dar. Zudem verstößt sie gegen die Kinderrechte gemäß der Kinderrechtskonvention und gilt somit als Kindesmisshandlung. Angaben von UNICEF (2016) zufolge sind weltweit mehr als 200 Millionen Frauen von weiblicher Genitalverstümmelung betroffen. Tatsächlich dürften es eher doppelt so viele sein, denn bisher gibt es nur für den Subsahararaum, Ägypten und Irak umfassende Studien. Dabei weiß man heute, dass auch im Nahen und Mittleren Osten sowie in Südostasien Mädchen und Frauen genitalverstümmelt werden. Jedes Jahr werden erneut etwa drei Millionen Mädchen und junge Frauen Opfer dieser Praktik: das sind 8.000 jeden Tag. Alle 11 Sekunden wird ein Mädchen oder eine junge Frau an ihren Genitalien verstümmelt. In Deutschland sind mehr als 58.000 Mädchen und Frauen betroffen und mindestens 13.000 Mädchen gefährdet (TDF-Dunkelziffer 2017).

Terres des femmes fordert:

  • Aufnahme von weiblicher Genitalverstümmelung in verpflichtende Aus- und Weiterbildung für relevantes Fachpersonal aus medizinischen, pädagogischen, sozialen, juristischen Berufsfeldern und für Angestellte der Kinder- und Jugendhilfe
  • Bundesweit, flächendeckend und ausreichend spezialisierte Beratungsstellen und psychosoziale Hilfsangebote für Betroffene und Gefährdete, insbesondere für Minderjährige und deren besondere Bedürfnisse
  • Kultur- und Sprachmittlerinnen müssen in die Beratungsangebote integriert sein
  • Verpflichtende U-Untersuchungen für alle Kinder, die auch die Genitalien umfassen

Teilen, verbreiten, weitersagen!

Helfen Sie uns dabei, noch mehr Menschen auf die Fahnenaktion aufmerksam zu machen und zum Mitmachen zu animieren. Informieren Sie Ihre Freund*innen und Bekannten. Sollten Sie bei Twitter aktiv sein, so benutzen Sie bitte den Hashtag #gegenGewalt, um für die Aktion gegen Gewalt an Frauen zu werben.

Zum Hintergrund:
Der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen geht zurück auf die Ermordung der drei Schwestern Mirabal in der Dominikanischen Republik. Wegen ihres politischen Widerstands gegen die Diktatur wurden sie nach monatelanger Folter am 25. November 1960 vom Geheimdienst getötet. Ihr Todestag wurde 1981 zum Gedenktag der Opfer von Gewalt an Frauen ausgerufen, 1999 griffen die Vereinten Nationen dies in ihrer Resolution 54/134 auf.

Kontakt:
Terres des femmes
Menschenrechte für die Frau e.V.
Brunnenstraße 128
13355 Berlin
Telefon: 030 40 50 46 99 0
E-Mail: info@frauenrechte.de
www.frauenrechte.de