Diakonische Krankenhäuser weisen Vorwürfe von rbb24 zurück

Unter der Überschrift "Diese 18 Kliniken führen schwere Operationen zu selten durch", behauptete der rbb am 03. Juni 2019, dass Krankenhäuser aus finanziellen Überlegungen Patienten gefährden. In einer interaktiven Karte wurden die Krankenhäuser dargestellt, die nach Meinung des rbb solch eine Praxis ausüben. Darunter waren auch diakonische Krankenhäuser. Der Landesverband der Diakonie und der Verband Evangelischer Krankenhäuser und stationärer Pflegeeinrichtungen (VEKP) weisen den Vorwurf zurück, da die Berichterstattung undifferenziert und einseitig sei.

05.06.2019

Der Geschäftsführer des VEKP Detlef Albrecht erklärt: "Der Gemeinsame Bundesausschuss hat die Erbringung ausgewählter Leistungen auf der Basis gesetzlicher Vorgaben von einer Mindestanzahl von Leistungen pro Jahr abhängig gemacht. Ziel ist die Gewährleistung einer angemessenen Versorgungsqualität. Gleichzeitig wurden Ausnahmetatbestände und Übergangsregelungen geschaffen. In diesen Fällen ist eine Leistungserbringung auch dann zulässig, wenn die Mindestmengen noch nicht erbracht werden."

Diakoniedirektorin Barbara Eschen ergänzt: "Alle von den diakonischen Krankenhäusern erbrachten Leistungen wurden mit den Krankenkassen abgestimmt und von diesen mitgetragen. Der Vorwurf, aus finanziellen Überlegungen einseitig Leistungen erbracht zu haben, trifft auf die diakonischen Krankenhäuser nicht zu." Die zugrunde gelegten Zahlen stammen aus dem Jahr 2017 und geben die aktuelle Versorgungssituation nicht wieder. Teilweise werden die Leistungen von den Krankenhäusern bereits seit den Jahren 2017/2018 nicht mehr erbracht. Eschen und Albrecht betonen, "Diakonische Krankenhäuser gefährden das Wohl ihrer Patientinnen und Patienten nicht."

Der Tagesspiegel hat die Berichterstattung aufgegriffen und zitiert den Gesundheitsökonom Prof. Busse (TU Berlin) "Der Grund dafür ist auch, dass die Kliniken Geld machen wollen, jeder Patient bringt Geld". Dem schließt sich folgende Darstellung der Zeitung an: "So rechne eine Klinik laut AOK-Nordost für eine Bauchspeicheldrüsen-OP rund 20.000 Euro ab, bei Komplikationen gar bis zu 150.000, berichtet der RBB". Diese Darstellung führt nach Meinung des Landesverbandes der Diakonie und des VEKP in die Irre. Keine Klinik produziere Komplikationen der Abrechnung wegen.

Beide befürworten eine öffentliche Berichterstattung bei Fehlentwicklungen. Es ist ein wichtiges Anliegen, gut informiert zu werden. "Der VEKP erwartet jedoch eine ausgewogene Berichterstattung. Darstellungen, die undifferenziert Krankenhäuser an den Pranger stellen, verunsichern Patientinnen und Patienten und dienen nicht der Aufklärung", so Detlef Albrecht.

Weitere Informationen:
Verband Evangelischer Krankenhäuser 
und stationärer Pflegeeinrichtungen in Berlin-Brandenburg
Paulsenstraße 55 - 56
12163 Berlin

Tel.:  030 82097 302
Fax: 030 82097 272                                                          

E-Mail: krankenhausverband@dwbo.de
Web: www.vekp.de

Der Verband vertritt alle 27 diakonischen Krankenhäuser Berlin und Brandenburg sowie einen Teil der stationären Pflegeeinrichtungen in Berlin. In den Krankenhäusern werden 190.000 Fälle stationär versorgt. Allein in den Pflegeberufen werden über 900 Menschen ausgebildet.