Diakonie zum Masterplan: „Es besteht erheblicher Handlungsbedarf“

Das Diakonische Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz bezieht Stellung zum Masterplan Integration und Sicherheit des Berliner Senats. Diakoniedirektorin Barbara Eschen begrüßt die Grundhaltung des Berliner Senats, der sich im Masterplan Integration und Sicherheit zeigt: „Flüchtlinge werden als Bereicherung und Chance für die Stadtgesellschaft gesehen. Als Diakonie begrüßen wir das.“

15.04.2016

Fest steht für das Diakonische Werk: „Geflüchtete müssen von Anfang an am gesellschaftlichen, kulturellen und beruflichen Leben teilhaben und sich aktiv gestaltend einbringen. Dazu tragen Diakonie und evangelische Kirche engagiert bei.“

Das Diakonische Werk übt auch Kritik am Masterplan: „Eine grundsätzliche Schwäche des Masterplanes ist die fehlende Datenbasis“, so Eschen. Und: „Die langfristige Ausrichtung darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass aktuell erheblicher operativer Handlungsbedarf besteht.“ Hier fordert das Diakonische Werk:

  • Standards, vertragliche Regelungen und bauliche Ausstattung der bestehenden temporären Unterkünfte
  • Vorbereitung des Zuständigkeitswechsels vom Lageso auf die Jobcenter für rund 30.000 Menschen in diesem Jahr, obwohl viele von ihnen in Gemeinschaftsunterkünften wohnen bleiben müssen
  • sofortige Umsetzung der Modular-Bauprojekte
  • Maßnahmen zu Kinder- und Gewaltschutz in den Unterkünften
  • Zügiges Clearingverfahren für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, so dass sie schnell in die reguläre Jugendhilfe münden
  • Beschulung aller Kinder und Jugendlichen

Die Berliner Diakonie nimm Stellung zu den Themen Ankunft, Registrierung und Leistungsgewährung, gesundheitliche Versorgung, Unterbringung und Wohnraum, der Situation unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge, Bildung, Arbeitsmarktintegration und Sicherheit.