Diakonie Landesverband fordert bezahlbareren Wohnraum für Familien

Zum 70. Internationalen Kindertag am kommenden Montag (1. Juni 2020) fordert der Diakonie Landesverband Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz bezahlbareren Wohnraum für Familien vor allem in Ballungsgebieten.

30.05.2020

Enge Wohnverhältnisse, kein Platz zum Lernen und Spielen - das ist zu Coronazeiten besonders für Kinder hart. Aber gerade in Ballungsräumen wie Berlin bittere Realität. Denn Wohnraum fehlt.

Seit den 90er Jahren wurde nur sehr dürftig in sozialen Wohnraum investiert. Seit 10 Jahren aber steigen in der Hauptstadt die Bewohnerzahlen, zuletzt jährlich um knapp 40.000 Menschen pro Jahr. 

"Vor allem Familien und Kinder leiden unter der angespannten Situation", macht Diakonie-Direktorin Barbara Eschen auf das Problem aufmerksam. Sie verweist dabei auf den 'Berliner Bericht für Familienfragen 2020'.

Seit etwa zehn Jahren gehört Berlin zu den Städten mit dem größten Anstieg beim Zuzug von Familien, hier steigen die Kinderzahlen, in den Jahren 2006 bis 2016 um 3%. "Eine junge und wachsende Stadt zu sein ist eine wunderbare Herausforderung. Aber die Stadtentwicklung muss auf die Bedürfnisse der Generationen reagieren. Die eigene Wohnung und deren Umfeld sind wichtige Bezugsräume für Kinder", ergänzt Eschen. "Kinder brauchen Platz. In der Wohnung und im Umfeld. Sie brauchen Spielplätze, Kita, Schule, Jugendräume, Familienzentren. Sie brauchen ein vertrauenswürdiges und vertrautes Umfeld. Deshalb ist es unerträglich, wenn Familien aus ihrem Kiez verdrängt werden, wenn sie keine bezahlbahre Wohnung finden."

Insbesondere Alleinerziehende leben häufig in finanziell prekären Situationen, die Kinder werden in Armut groß oder ihre Familien ziehen in Wohngegenden mit geringerer Infrastruktur, weil dortd die Mieten bezahlbar sind. Zugänge zu Teilhabeangeboten sind dort schwieriger zu erlangen als in gut situierten Wohngegenden. "Wohnen bzw. Mieten ist die soiale Frage unserer Zeit - das wirkt sich stark afu die zukünftigen Generationen und jetzigen Kinder aus!" mahnt Eschen. Deshalb fordert sie, "der Neubau von Sozialwohnungen muss massiv erhöht werden, Familien müssen noch stringenter vor dem Wohnungsverlust geschützt werden. Das geschützte Marktsegment muss für familiäre Notsituationen deutlich ausgeweitet werden und es muss in Spiel- und Sportplätze investiert werden. Denn alle Kinder müssen es uns wert sein!"