Diakonie gedenkt ihres früheren Direktors Eckhard Steinhaeuser

Helfen aus christlicher Verantwortung - so lässt sich der Auftrag der Diakonie umreißen, für den sich Eckhard Steinhaeuser 28 Jahre lang engagierte. Zunächst vierzehn Jahre in Bayern in der Kita- und der Altenarbeit und für Brot für die Welt, dann von 1988 bis 2002 als Direktor des Diakonischen Werkes Berlin und Brandenburg. Hier war es seine zentrale Aufgabe, das Zusammenwachsen von Ost und West nach der friedlichen Revolution zu gestalten.

03.04.2019

Unter seiner Geschäftsführung wurde das Diakonische Werk wesentlich verändert. Es hat sich von eigenen Einrichtungen gelöst und diese auf Mitgliedseinrichtungen übertragen. So wurde es ein echter Spitzenverband der Freien Wohlfahrtspflege und zu einer gesellschaftspolitischen Institution, die zugleich für die konkrete Hilfe im Einzelfall und für die Arbeit an den gesellschaftlichen Strukturen eintrat. Zugleich lag Steinhaeuser daran, die Dienstleistungen des Diakonischen Werkes für Träger der Diakonie und für Kirchengemeinden so auszubauen, dass sie die Entwicklungen im Sozialmarkt aktiv gestalten konnten. Seit 1998 wirkte er als Kirchenrat in den Leitungsgremien der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg- schlesische Oberlausitz mit und schlug damit die Brücke zwischen Kirche und Diakonie.

Doch verlor Steinhaeuser auch nie die konkrete Not von Menschen aus dem Blick. Als die Deutsche Bahn AG auch den Bahnhof Zoo von sozialen Herausforderungen abschotten und die Essensausgabe an Bedürftige untersagen wollte, machte er öffentlich klar: „Das Essensangebot am Bahnhof Zoo ist notwendig und wird beibehalten.“ Dabei wusste er aufgrund der Umfrage eines engagierten kirchlich diakonischen Arbeitskreises knapp 1.900 Zustimmungen gegenüber 49 Ablehnungen hinter sich.

Auch im Ruhestand blieb Steinhaeuser diakonischen Aufgaben verbunden und wirkte bis zuletzt in drei Stiftungen mit. So hatte er die Geschäftsführung der Stiftung Hilfswerk Berlin, die von den Berliner Wohlfahrtsverbänden getragen wird, inne. Der Dank für sein Engagement ist auf vielfältige Weise zum Ausdruck gebracht worden, auch durch das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse. Damit wurde der Lebens- und Berufsweg des im thüringischen Gera geborenen Theologen gewürdigt. Am 5. März 2019 verstarb Eckhard Steinhaeuser im Alter von 79 Jahren. Wir sind dankbar, dass Eckhard Steinhaeuser so viel Engagement und Entschlossenheit, die er für Diakonie und Kirche eingesetzt und damit die Arbeit vorangebracht hat, gegeben waren.

Kirchenrätin Barbara Eschen
Diakonisches Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz e.V.