Diakonie fordert: Schnelle Hilfe für Menschen aus Afghanistan

Der momentane Entscheidungsstopp des BAMF bei Asylverfahren von Menschen aus Afghanistan führt zu unerträglichen Zuständen bei den diakonischen Beratungsstellen in Berlin und Brandenburg.

15.09.2021

Die diakonischen Beratungsstellen für Geflüchtete in Berlin und Brandenburg berichten uns von erschütternden Situationen: Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) hat aktuell verhängt, dass der Antrag auf Asyl von Menschen aus Afghanistan nicht bearbeitet wird. Das führt dazu, dass die geflüchteten Menschen keinen Aufenthaltsstatus haben. Ohne Aufenthaltsstatus können die Berater:innen aber den Menschen nicht helfen.

„Es ist eine furchtbare Situation die sich momentan in den Beratungseinrichtungen abspielt - betroffene Afghanen bitten um Hilfe, die Berater:innen können aber zur Zeit wenig Perspektive anbieten, weil den Geflüchteten ein sicherer Aufenthaltstitel verwehrt wird“, sagt Dr. Ursula Schoen, Direktorin des Diakonischen Werkes Berlin-Brandenburg.

Die Ratsuchenden und die Berater:innen brauchen dringend Unterstützung. Aus diesem Grund fordern wir als Diakonie ein gemeinsames Vorgehen. Notwendig ist die Zusammenarbeit zwischen dem Bund und den Ländern, aber auch die Zusammenarbeit der Behörden auf Landesebene. Wir fordern eine schnelle Entscheidung in den ausstehenden Asylverfahren für Menschen aus Afghanistan.

„Der momentane Entscheidungsstopp des BAMF bei Asylverfahren ist nicht nachvollziehbar - es ist uns allen doch klar, dass sich die Situation in absehbarer Zeit nicht verbessern wird. Menschen aus Afghanistan brauchen einen gesicherten Aufenthaltstitel, denn sie werden langfristig in Deutschland bleiben. Diese Menschen mit einer unsäglichen Duldung abzuwehren, verbaut ihnen jegliche Perspektive auf ein normales Leben in Deutschland und lässt sie in ständiger Angst weiterleben“, sagt Diakonie-Vorständin Andrea Asch.