Bundespräsident Steinmeier besucht Wärmestube für Obdachlose

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat am 19. Dezember die Wärmestube in der Heilig Kreuz Kirche besucht. Zusammen mit seiner Frau Elke Büdenbender schmierte er Brote und teilte Suppe aus. In der Wärmestube der Kreuzberger Kirche verpflegt ein Team von Ehrenamtlichen unter Leitung von Pfarrer Peter Storck jeden Mittwoch bis zu 120 Gäste mit Suppe, Kaffee, Tee, Broten und Obstsalat. 

Bundespräsident Steinmeier, seine Frau Elke Büdenbender (Mitte) und eine Ehrenamtliche beim Brotebelegen.
20.12.2018

Steinmeier bedankte sich bei den Ehrenamtlichen der Wärmestube für ihren Einsatz. Bei der Bekämpfung von Obdachlosigkeit sei zwar zuerst die Politik gefragt und seien staatliche Hilfen notwendig. Menschen bekämen in der Wärmestube aber nicht nur Brote und Suppe, sondern Geborgenheit und Gemeinschaft - ein Gefühl, das für viele, die auf der Straße leben müssen, so selten geworden sei, so Steinmeier. 

Begrüßung vor der Wärmestube (v.l.n.r.): Elke Büdenbender (Gattin des Bundespräsidenten), Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Diakoniedirektorin Barbara Eschen und Pfarrer Peter Storck.

Diakoniedirektorin Barbara Eschen: „Gut, dass der Bundespräsident und Frau Büdenbender heute erneut das Gespräch mit von Armut betroffenen Menschen gesucht und zugehört haben. Der Bundespräsident hat die gesellschaftliche Verantwortung aller betont. Gefallen hat mir sein Austausch mit den Ehrenamtlichen beim Broteschmieren. Da wurde er gefragt, ob er wohl von Hartz IV leben könnte. Die Antwort fiel ihm sichtlich nicht leicht und er konstatierte, dass es Menschen in Armut schwer hätten, und politische Maßnahmen wie angemessener Mindestlohn nötig seien. Besonders freue ich mich, dass das vor allem das außerordentliche ehrenamtliche Engagement an der Heilig Kreuz Kirche heute gewürdigt wurde.“

Pfarrer Peter Storck knüpfte als Hausherr an das Lied "Macht hoch die Tür" an und sprach von Türen, die klemmen und sich nur für Reiche öffnen, und Zeichen gesellschaftlicher Spaltung und bei der derzeitigen Wohnungsnot für manche existentiell bedrohlich sei. Dagegen sei die Geburt Jesu in Armut ermutigendes Hoffnungszeichen.

Besuche von Obdachloseneinrichtungen gehören zur Tradition der Bundespräsidenten. Vergangenes Jahr besichtigte Steinmeier vor Weihnachten die Bahnhofsmission am Berliner Bahnhof Zoo. Steinmeier hat  zum Thema Obdachlosigkeit promoviert und und war auch schon mit dem Kältebus der Berliner Stadtmission unterwegs.

In der Berliner Kältehilfe engagieren sich zahlreiche Träger mit Angeboten wie Beratungsstellen, Notübernachtungen, Nachtcafés, Suppenküchen und Kältebussen. Aktuell stehen etwa 1.000 Notschlafplätze für Wohnungslose zur Verfügung. Schätzungen gehen von 4.000 bis 10.000 Menschen aus, die in Berlin auf der Straße leben, darunter immer mehr aus Osteuropa.