Bildungsfachtage der evangelischen Kitas in Brandenburg

Am 21. und 28. September fanden in Ketzin und Wriezen unsere Brandenburger Bildungsfachtage der evangelischen Kitas statt. In diesem Jahr standen die Arbeit mit Jungen und der Umgang mit herausfordernden Eltern im Zentrum.

Dozentin Eva Prausner erarbeitet mit den Teilnehmenden am Fachtag in Wriezen geeignete Handlungsstrategien im Konfliktfall mit Eltern
08.10.2019

 

Bildungsfachtag in Ketzin am 21. September 2019

In Ketzin hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit, sich mit dem Thema geschlechtsbewusste Arbeit in Kindertagesstätten auseinanderzusetzen. Peter Moser veranschaulichte unter dem Titel „Laut, aggressiv und nervig? Arbeit mit Jungen in Kindertagesstätten“ wie Männerbilder in der frühen Kindheit geprägt werden und welche Rolle die Kita dabei spielen kann. Grundhaltungen und Methoden wurden auch in praktischen Übungen authentisch mit Freude und Schwung vermittelt.

 

Bildungsfachtag in Wriezen am 28.September 2019

In Kooperation mit der Diakonie Deutschland fand im Rahmen des BMFSJ finanzierten Projekts »Was heißt hier eigentlich Demokratie? Demokratieerziehung als originärer Auftrag der frühkindlichen Bildung« unser Bildungsfachtag im CVJM-Jugendhaus in Wriezen statt. Unter dem Titel Herausfordernde Familien erarbeiteten die Teilnehmenden in den Workshops Handlungsmöglichkeiten für herausfordernde Situationen mit Eltern und Kindern.

Diplom-Sozialarbeiterin Eva Prausner diskutierte in ihrem Workshop mit den Teilnehmer*innen anhand konkreter Fallbeispiele, welche Handlungsmöglichkeiten bestehen, wenn Eltern, Kolleg*innen oder Kitakinder diskriminierendes Verhalten zeigen. Im Zentrum stehen dabei stets die Rechte von Kindern, die bei jedem Handeln nicht aus dem Blick geraten dürfen. Sie zeigte auf, dass eine adäquate Reaktion insbesondere dann gegeben ist, wenn Kitafachkräfte im Sinne der Kinder und ihrer Rechte argumentieren und handeln. So werden Ich-Positionen vermieden und im Idealfall beim Gegenüber ein Überdenken des eigenen Handelns ermöglicht. Auch ein weiteres konstruktives Miteinander kann so am besten gelingen.

Die Heil- und Traumapädagogin Maike Behn machte in ihrem Workshop deutlich, dass »Jedes Verhalten Sinn macht, wenn ich den Hintergrund verstehe«. Maike Behn zeigte auf, wieso Kinder zuvor – insbesondere im familiären Rahmen – wahrgenommenes Verhalten internalisieren und in den Kitaalltag tragen. Es wurden hilfreiche Handlungsalternativen im Umgang mit verhaltensauffälligen Kindern in kritischen Situationen aufgezeigt. Besondere Bedeutung nehmen dabei ein bewusster Atem, Bewegung und Rhythmus ein. Diese Handlungsalternativen sind sowohl für die betroffenen Kinder, als auch die Erzieher*innen in kritischen Situationen geeignet.