Berliner Bündnis Qualität im Ganztag gegründet

Das Berliner Bündnis Qualität im Ganztag ist heute mit seinem Aufruf an die Öffentlichkeit getreten. Es fordert grundlegende Verbesserungen für die Berliner Ganztagsgrundschulen, damit diese ihren Bildungs- und Erziehungsauftrag erfüllen können.

26.04.2016

Astrid Engeln, Leitung des Arbeitsbereiches Tageseinrichtungen für Kinder im Diakonischen Werk: „Wir freuen uns, dass wir mit dem Bündnis heute an den Start gehen konnten und das Diakonische Werk als Erstunterzeichner mit dabei ist. Uns liegt eine gute Bildung und Betreuung aller Kinder in den Ganztagsschulen am Herzen. So brauchen die Berliner Ganztagsschulen eine gute Qualität auch über den Unterricht hinaus. Vor Ort braucht es mehr Personal, eine bessere Zusammenarbeit zwischen Erzieher_innen und Lehrer_innen, als auch ausreichend Platz und anregende Räume für alle Angebote im Ganztag".

Über 90.000 Kinder verbringen heute ganze Tage an ihren Grundschulen. Die Ganztagsgrundschulen stehen in der Verantwortung, die Bedingungen des Aufwachsens aller Kinder qualitativ zu verbessern. Sie haben eine aus pädagogischer und bildungswissenschaftlicher Sicht bestmögliche altersentsprechende Begleitung und Förderung der Kinder sicherzustellen.

Damit gute ganztägige Pädagogik gelingen kann, müssen die Rahmenbedingungen stimmen. Doch davon ist die Realität oft meilenweit entfernt. Seit 2005 sind alle Berliner Grundschulen offene oder gebundene Ganztagsschulen (davon 85% offene Ganztagsgrundschulen, in denen nicht jedes Kind einen Anspruch auf einen Platz hat). Doch dem quantitativen Ausbau ist kein qualitativer gefolgt.

Das Berliner Bündnis Qualität im Ganztag fordert deshalb:

  • Freien Zugang zur Ganztagsgrundschule für alle Kinder bis 16.00 Uhr. Jedes Kind muss einen Anspruch auf einen Platz haben, auch in den Ferien.
    „Ganztagsförderung bedeutet Bildungsförderung. Wer Bildungsgerechtigkeit und damit Chancengerechtigkeit haben will, muss sicherstellen, dass auch alle Kinder selbstverständlich am Ganztag teilhaben können. Bestehende Lücken müssen endlich konsequent geschlossen werden.“
    (Elvira Kriebel, Referentin für schulbezogene Jugendhilfe im Paritätischen Wohlfahrtsverband  Berlin).
  • Mehr Personal, mehr Zeit für Bildung, Erziehung und Betreuung und die Zusammenarbeit aller Pädagoginnen und Pädagogen: Dafür brauchen wir eine bessere Erzieher*in-Kind-Relation (1:15) und eine bessere Leitungsausstattung (1:100). „Die Ganztagsschule bietet viele Lern- und Lebenserfahrungen, die weit über den Unterricht hinausgehen. Damit die Kinder diese vielfältigen Chancen und Möglichkeiten nutzen können, benötigen sie mehr Erzieher*innen, die die Bildungsprozesse unterstützen können.“
    (Doreen Siebernik, Vorsitzende der GEW BERLIN).
  • Ausreichend Platz: mindestens 3 qm pädagogische Nutzfläche für jedes Grundschulkind im Ganztag und keine Doppelnutzung für diesen Grundstandard. "Unsere Kinder sind fast den ganzen Tag an ihren Schulen. Und ob nun Pauken, Sport treiben, Mittagessen oder mal von der Kreativität und dem Trubel ausruhen, es braucht ganz einfach Platz dazu. Platz zum erfolgreichen Lernen, Platz zum ruhigem Mittagessen, Platz zum Chillen und Ausruhen. Die Schule ist nun mal einer ihrer wichtigsten Lebensräume in der Millionenstadt Berlin. Und Berlin wächst, also sollen jetzt auch mal die Schulen wachsen.“
    (Oliver Görs, Landeselternausschuss).

Das Berliner Bündnis Qualität im Ganztag ist ein Zusammenschluss von Verbänden, Eltern und Gewerkschaft. Zu den Erstunterzeichnern gehören: Arbeiterwohlfahrt, Landesverband Berlin І Dachverband Berliner Kinder- und Schülerläden (DaKS) І Diakonisches Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz І Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW BERLIN) І Grundschulverband, Landesgruppe Berlin І Landeselternausschuss  (LEA) І Paritätischer Wohlfahrtsverband, Landesverband Berlin.
Gemeinsame Pressemitteilung vom 26. April 2016

Ansprechpartner_innen:

  • Elvira Kriebel (Paritätischer Wohlfahrtsverband Berlin): 0172 1857307
  • Doreen Siebernik (GEW BERLIN): 0151 15134652
  • Oliver Görs (Landeselternausschuss): 0176 630 338 53