Heim ist auch draußen! - Erlebnispädagogik

Sie wollten keinen Bürojob und wurden Pädagog/in?

Sie möchten draußen arbeiten und etwas bewegen?

Warum Sie das tun sollten!

Viele in Heimen lebende Kinder und Jugendliche wuchsen in anregungsarmen oder konfusen Lebenswelten auf. Es gibt in Städten zwar vielfältige Konsum- und Erlebnisangebote, die jedoch häufig nur Ersatzmittel darstellen - sie täuschen darüber hinweg, dass die Möglichkeiten des „wahren“ Erlebens vielfach eingeschränkt sind. Viele Heranwachsende leiden an Bewegungsmangel mit der Folge von Übergewicht, motorischen Defiziten und fast immer - geringem Selbstwertgefühl.

Erlebnispädagogik (EP) versucht den Folgen dieser Entwicklungen entgegenzuwirken. Sie setzt auf aktives Tun und bietet Erfahrungsräume, die sich vom Alltag in Elternhaus, Wohngruppe, Schule und Beruf unterscheiden, ohne diese auszuklammern. Über den Einsatz von u. a. natur-sportlichen Aktivitäten (wie z. B. Wandern, Klettern, Kanu fahren, mehrtägige Radtouren, Wintersport) und dem vielfältigen Angebot in spielerischer und „abenteuerlicher“ Atmosphäre kommt Erlebnispädagogik den grundlegenden Bedürfnissen von jungen Menschen näher und weckt deren manchmal verloren gegangene Neugier, Kompetenzen und Interessen. Manchmal ermöglicht EP auch den Mut, sich selbst kennen lernen zu wollen – ein notwendiger Teil des Erwachsenwerdens…

Das Konzept Erlebnispädagogik und die dieses umsetzenden Pädagog/innen fordern die „Kids“ einfühlsam und motivierend heraus, sich aktiv mit sich selbst, ihren Mitmenschen und der Umwelt auseinanderzusetzten. Sie ermöglichen Erfahrungen, die man „mitnehmen kann“, um an anderen Orten selbstwertsteigernd einzusetzen – sei es in Teams, in der Schule, zu Hause oder sogar um im Heim den Erziehenden ein starkes und kluges Gegenüber zu sein.

 „Erlebnispädagogik ist eine handlungsorientierte Methode und will durch exemplarische Lernprozesse, in denen junge Menschen vor physische, psychische und soziale Herausforderungen gestellt werden, diese in ihrer Persönlichkeits-entwicklung fördern und sie dazu befähigen, ihre Lebenswelt verantwortlich zu gestalten“ (Heckmair/Michl 2004, S. 102).

Angelehnt an den oben genannten Zielen geht es in erlebnispädagogischen Konzepten um Erfahrung mit sich selbst, mit den eigenen Fähigkeiten und Grenzen dieser, das soziale Lernen in der Gruppe und deren Reflexionen – anhand von realen Situationen. Die jugendlichen Bewohner erhalten dabei die Möglichkeit, über ihren bisher erworbenen und gewohnten Handlungs- und Erfahrungsrahmen hinauszugehen und Erfahrungen zu sammeln, ohne sich in destruktive, bedrohliche oder für die Gesellschaft nicht zustimmungsfähige Situationen zu begeben.
Bei der Durchführung von erlebnispädagogischen Projekten stellt sich immer wieder heraus, dass sich letztlich kaum ein Heranwachsender verschließt, wenn es darum geht, in einem abenteuerlichen Umfeld neue Handlungs- und Lernfelder zu entdecken. Also das zu tun, was die von uns betreuten Kinder und Jugendlichen oftmals ein für sie unüberwindlich erscheinendes Problem in tradierten pädagogischen Situationen halten: Grenzen überwinden und Neues zu lernen – denn das passiert in erlebnispädagogisch orientierten Situationen zwangsläufig; weil es Spaß macht!
Für die Beziehungsgestaltung als wichtigstes Element pädagogischer Arbeit bedeutet dies, dass sich der Einsatz von Erlebnispädagogik positiv auf die Gestaltung tragfähiger (Arbeits-) Beziehung mit den jugendlichen Bewohnern auswirkt. Die gemeinsamen Erlebnisse und Erfahrungen in den erlebnispädagogischen Projekten festigen die pädagogische (Arbeits-) Beziehung und tragen zum Gelingen des weiteren Hilfeprozesses der Heranwachsenden bei.
Für Erziehende in Heimen sind diese Erfolge der Treibstoff, den dieser Beruf braucht. Ohne Erfolge der jungen Menschen auf deren Weg ermüdet man, ganz gleich wie viel oder wenig man investiert.
Wie und was Sie als Heimerzieher/in von Ihnen selbst ausgehend investieren, hängt davon ab was zu Ihnen passt und was zu den jungen Menschen passt – weil es Ihnen hilft. Erlebnispädagogik lebt davon, dass sie von Menschen angeboten wird, die auch „leben“ und „spüren“ wollen – und dies vermitteln können.

Sind Sie dieser Mensch? Das wäre schön, die Teams in unseren Heimen und die Kids freuen sich schon darauf Sie kennen zu lernen. Wirklich kennen zu lernen.

Autor: Steffen Seemann (Hoffnungstaler Stiftung Lobetal)

Nur die Besten kommen ins Heim_Diakonie
"Nur die Besten kommen ins Heim!"
Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger sind genauso gefragt wie ausgebildete Fachkräfte.
Mit Planung zum Ziel - wenn aus einer Krise eine Chance wird