FSJ im Seniorenheim: "Die schönen Momente überwogen"

Linda hat ein FSJ im Seniorenheim am Jungfernstieg gemacht und dort als Altenbetreuerin überwiegend von Menschen mit Demenz gearbeitet. Ein Leben mit Demenz ist nicht einfach, auch für die Leute nicht, die sich Tag und Nacht um die Betroffenen in einem Heim kümmern.

Ich betrat den Raum, grüßte fröhlich in die Runde. Einige Gesichter starrten apathisch geradeaus, einige guckten gespannt, wer denn da so laut den Raum betritt. Viele schauten mich an, erkannten mich wieder, lächelten und grüßten zurück. Eine Dame meinte mit einem gutmütigen Lächeln: „Ach, die schon wieder. Na, das ist aber nett“. Eine andere kam auf mich zu und umarmte mich zur Begrüßung.

Wenn ich zur Arbeit kam, wußte ich sofort, was zu tun ist, was meine Aufgaben für den Tag waren. Wir hatten nämlich einen Wochenplan, der immer möglichst genau eingehalten werden musste. Die Essenszeiten waren immer dieselben und es gab verschiedene Angebote wie Singen, Bingo spielen, Gymnastik, Gedächtnistraining. Der Plan war wichtig, denn so hatten unsere Bewohner*innen eine Struktur, einen Ablaufplan, an den sie sich halten können. Für demente Menschen ist eine gleichbleibende Tagesstruktur sehr wichtig, denn sie brauchen Orientierung in ihrer sonst so orientierungslosen Lage.

Am Anfang war alles natürlich total neu für mich. Ich hatte davor noch nie mit dementen Menschen zu tun und wurde zu Beginn meines FSJ sozusagen ins „kalte Wasser“ geschmissen. Ich wusste auch überhaupt nicht, wie ich mit den Menschen umzugehen habe, mit welchen Themen ich ein Gespräch anfangen kann, geschweige denn, wie ich auf die verschiedenen Symptome der Demenz eingehen soll. Denn: Demenz ist keine klar definierte Krankheit, sondern hat viele verschiedene Symptome, die von Mensch zu Mensch variieren.

"Ich habe die Bewohner*innen sehr gut kennen gelernt
und konnte auf ihre Bedürfnisse eingehen."

Linda, Freiwillige bei der Diakonie

Ich hatte kurzzeitig überlegt, ob ich mein FSJ abbrechen soll, denn mir schien es zu viel Belastung zu sein. Doch ich habe weiter gemacht und es später im Seniorenheim geliebt. Ich habe die Bewohner*innen dort sehr gut kennen gelernt, ich konnte auf ihre Bedürfnisse eingehen. Mir hat meine Arbeit sehr viel Spaß gemacht. Es gab natürlich Momente, die schwierig waren, wenn man nicht genau wusste, wieso eine Person gerade so schlecht drauf ist. Aber größtenteils waren es die schönen Momente, die meine Arbeit geprägt haben - Momente, wo wir viel gelacht haben und wo man die Herzlichkeit gespürt hat.

 

HIER geht es zum Online-Bewerbungsformular.