Fachkräfte und der Quereinstieg in die stationäre Erziehungshilfe

In der sogenannten stationären Erziehungshilfe gilt ein Fachkräftegebot - aber auch ein Quereinstieg ist möglich.

Zum Schutz von jungen Menschen muss in Einrichtungen, in der Kinder und Jugendliche über Tag und Nacht oder einen Teil des Tages untergebracht werden oder Unterkunft erhalten, dem Zweck und der Konzeption entsprechendes Personal tätig sein (§ 45 SGB VIII i. V. m. §§ 72 und 74 Abs. 1 Nr. 1 SGB VIII – Fachkräftegebot).

Als Fachkräfte gelten staatlich anerkannte Erzieher/innen und staatlich anerkannte Sozialpädagogen/innen und Sozialarbeiter/innen sowie gleichgestellte Personen. Darüber hinaus gelten Psychologen/innen und Absolventen/innen anderer erziehungswissenschaftlicher Hochschulstudiengänge mit dem Schwerpunkt Sozialpädagogik mit Diplom-, Bachelor- oder Masterabschluss als pädagogische Fachkräfte.

Für die Arbeit in der Eingliederungshilfe nach § 35 a SGB VIII (bzw. §§ 53 und 54 SGB XII) sind Zusatzqualifikationen erforderlich. Sonderpädagogen/innen, Rehabilitationspädagogen/innen, Heilpädagogen/innen und Heilerziehungspfleger/innen gelten ebenfalls als Fachkräfte, ebenso wie Personen mit Qualifikationen in Behindertenpädagogik, Integrationspädagogik oder Förderpädagogik. Personen mit therapeutischen Zusatzausbildungen nach dem Psychotherapeutengesetz z. B. Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeut/in, Familientherapeut/in, Gestalttherapeut/in, Suchttherapeut/in, Kunsttherapeut/in etc. bezogen auf besondere Problemlagen der zu betreuenden Kinder und Jugendlichen von Bedeutung sein.

Darüber hinaus ist aber auch ein Quereinstieg in die stationäre Erziehungshilfe möglich. Voraussetzung ist eine persönliche und gesundheitliche Eignung sowie eine fachliche Vorbereitung. Unterschieden werden muss dabei zwischen den Personen, die andere pädagogische Qualifikationen und Berufserfahrung vorzuweisen haben wie z. B. Lehrer/innen und diejenigen, die aus anderen (nicht-pädagogischen) Berufsfeldern kommen. Personen aus anderen pädagogischen Handlungsfeldern benötigen in der Regel eine Nachqualifizierung anhand einer individuellen Bildungsplanung. Näheres dazu hat die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft für das Land Berlin und das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport für das Land Brandenburg geregelt.

Die sogenannten Quereinsteiger/innen haben in den letzten Jahren an Bedeutung für die Betreuung über Tag und Nacht gewonnen, da sie wertvolle Erfahrungen und Fertigkeiten aus anderen Berufszweigen einbringen. Da der Einsatz individuell für jede Stelle geprüft wird, lohnt sich die Kontaktaufnahme mit Trägern bzw. Einrichtungen. 

Autor: Joachim Decker (Diakonisches Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz e. V.)

 

Quereinstieg zur Erzieherin: Jessicas Erfolg (Quelle: http://www.soziale-berufe.com)