Amara (links) und Mohammed Sesay, Schüler der dritten Klasse und Kinder von Ali Sesay. Dieser ist Bauer aus dem Dorf Mamorka und hat inzwischen genügend Geld, um alle seine Kinder zur Schule schicken zu können.

"Hunger nach Gerechtigkeit" 60. Aktion Brot für die Welt

Brot für die Welt startete 1958 als Aktion der evangelischen Kirche, der Aufruf zur Spende hieß „Menschen hungern nach Brot“.

 

Heutzutage leistet Brot für die Welt nicht mehr nur erste Hilfe, sondern fördert mit lokalen nachhaltigen Projekte Menschen dabei, sich selbst stark zu machen, um sich dank eigener Kraft aus der Not zu befreien, sodass alle Menschen langfristig und nachhaltig am Wohlstand der Welt teilhaben können.

Gerechtigkeit bedeutet für Brot für die Welt Ernährungssicherheit, einen Zugang zu sauberem Trinkwasser und Sanitäranlagen sowie Teilhabe an Bildung und Gesellschaft für alle.

Es wurde viel in den sechzig Jahren erreicht, jedoch bleibt auch noch viel zu tun: Jeder neunte Mensch hungert, Millionen leben in Armut, zahllose Männer, Frauen und Kinder werden verfolgt, gedemütigt oder ausgegrenzt. Kriege, Konflikte und der Klimawandel verschärfen die Not.

In einer Welt, deren Reichtum wächst, darf niemand zurückgelassen werden. Es ist genug für alle da. Gemeinsam mit unseren Partnerorganisationen tragen wir seit  sechzig Jahren in tausenden Projekten dazu bei, Menschen zu stärken. Brot für die Welt  ist der Überzeugung, dass

  • Eine Welt frei von Hunger und Armut möglich ist.
  • Jeder Mensch das Recht auf Teilhabe am gesellschaftlichen Leben hat.
  • Das Einhalten der Menschenrechte ist die Voraussetzung für eine gerechte Welt.

Auch nach sechzig Jahren ist unser Hunger nicht gestillt. Das Erreichte macht Mut und lässt uns weitergehen auf dem Weg der Gerechtigkeit. Das Projekt in Sierra Leone spiegelt beispielsweise die nachhaltige Wirkung der Arbeit von Brot für die Welt wider. Durch Bildungsprogramme fördern wir die Hilfe zur Selbsthilfe: Mit neuem Anbaumethoden und nachhaltiger Landwirtschaft erwirtschaften Kleinbauern bessere Umsätze. Somit können deren Kinder zur Schule gehen und durch eine  Berufsausbildung ihre Zukunft gestalten. 

 

Sierra Leone – Schule statt Kinderarbeit

„Mein Ertrag hat sich verdoppelt“, berichtet Ali Sesay aus Sierra Leone glücklich. Er ist Kleinbauer

Die kleine Grundschule in Mamorka platzt inzwischen aus allen Nähten. 310 Jungen und Mädchen besuchen den Unterricht. So viele waren es früher nie.
und wollte unbedingt einen Weg aus der Armut finden, um seinen Kindern ein besseres Leben zu ermöglichen. Mit Unterstützung durch Mitarbeitende der Sierra Grass-roots Agency (SIGA), einer Partnerorganisation von Brot für die Welt, muss in seinem Haushalt niemand mehr Hunger leiden. Die Graswurzelorganisation SIGA wurde 1989 gegründet, um arme und benachteiligte Menschen zu unterstützen. Ein Schwerpunkt dabei liegt auf der Bildung. Das von Brot für die Welt unterstützte Projekt im Distrikt Tonkolili ermöglicht Kindern zwischen 6 und 13 Jahren den Schulbesuch und schult ihre Eltern in nachhaltiger Landwirtschaft, so dass sie höhere Einkünfte erzielen.

Die Kinder von Ali Sesay zählen heute zu den bis zu 310 Schüler*innen der Dorfschule in Mamorla und lernen fleißig. Seine Tochter macht Abitur und möchte Medizin studieren, deshalb kann Ali Sesay heute stolz sagen: „Die Saat ist aufgegangen.“ 

Für mehr Information:

https://www.brot-fuer-die-welt.de/projekte/sierra-leone-kinderarbeit/