Berufliche Entwicklung - Fort- und Weiterbildung

Hilfen zur Erziehung sind ein überaus spannendes Arbeitsfeld mit guten Karrieremöglichkeiten.

Hilfen zur Erziehung sind ein überaus spannendes Arbeitsfeld. Nicht nur, dass jeder Mensch anders ist und jede Familie, jeder Jugendliche und jedes Kind ihre eigenen Themen mitbringt und uns in der Arbeit flexibel und wach bleiben lässt, es bietet auch gute Karrieremöglichkeiten.

Nehmen wir als Beispiel Kerstin Heier von Leben Lernen e. V. einem Träger der Berliner Jugendhilfe. 1991 besuchte sie eine Fachschule für Erzieherinnen. Im Rahmen ihrer Ausbildung musste sie Praktika absolvieren und da sie sich für Mutter-Kind-Arbeit interessierte, leistete sie ein Praktikum im Kinderbereich der Mutter-Kind-Einrichtung von Leben Lernen e. V. ab. Dort gefiel es ihr so gut und die Mitarbeiterinnen waren von ihr so angetan, dass man ihr nach Beendigung der Ausbildung eine Arbeitsstelle als Erzieherin anbot. Nach einigen Jahren der Arbeit im Kinderbereich stellte sie fest, dass ihr die Arbeit mit den Kindern zwar viel Spaß bereitet hatte, sie aber nach einigen Jahren merkte, dass sie weniger kompensatorisch mit den Kindern, als „weichenstellend“ mit den Müttern arbeiten wollte und begann berufsbegleitend mit dem Studium der Sozialen Arbeit.

Sie zog quasi beruflich vom Kinderbereich in den Mütterbereich um. Die Arbeit mit den Müttern war nun eine ganz neue Herausforderung. Sie war gefordert und hatte aber auch viel Freude an der Betreuung. Allerdings fiel ihr auf, dass ihr in ihrem Methodenkoffer manches Handwerkszeug fehlte. Der FEJ (Fachverband Evangelische Jugendhilfe) bot zu der Zeit eine berufsbegleitende Ausbildung zur Systemischen Beraterin an, die er auch bezuschusste. Das war jetzt genau das Richtige, fanden Kerstin Heier und auch ihr Arbeitgeber und so konnte sie sich während ihrer Arbeitszeit weiterbilden.

In den Supervisionsstunden erfuhr sie, wie gut Psychodrama funktionieren kann und so machte sie eine Zusatzausbildung zur Psychodramapraktikerin. Ihre neuen Erkenntnisse setzte sie sofort in der Arbeit um. Als später das Problem der Drogen gebrauchenden Mütter gehäuft auftrat, absolvierte sie die Zusatzausbildung zur Suchtberaterin. Die letzte größere Ausbildung war der Zertifikatskurs zur „Insoweit erfahrenen Fachkraft für Kinderschutz“, der die Voraussetzung ist, beim Verein Aufgaben der Kinderschutzbeauftragten zu übernehmen. Nach vielen Jahren der Arbeit in einem großen Team wechselte sie in die Beratungsstelle, wo das autonome Arbeiten im Vordergrund steht. Hier bot sie nun Beratung für Mädchen und junge Frauen in allen Lebenslagen und die vertiefte Berufsorientierung an. Ihre Berufs- und Lebenserfahrung waren natürlich ein Pfund an dieser Stelle, aber dennoch hatte sie sich wiederrum viel Neues anzueignen und blieb so im Leben langen Lernen aktiv.

Viele jüngere Kolleginnen profitieren von den Ausbildungen aber vor allem auch von ihrem Erfahrungswissen und so ist es eigentlich nicht mehr überraschend, dass Kerstin Heier seit einigen Jahren in der Koordination der Mutter-Kind-Einrichtung arbeitet, in der sie einst als Praktikantin begonnen hatte.

Auf den vielen Stationen ihres beruflichen Lebens wurde sie nach dem Tarif des Diakonischen Werkes (AVR DWBO) bezahlt. Die Weiterbildungen fanden die Unterstützung des Arbeitgebers mindestens durch bezahlte Freistellungen, zum Teil wurden zusätzlich, beispielsweise für den Zertifikatskurs zur „Insoweit erfahrenenen Fachkraft für Kinderschutz“, auch die Kosten getragen.

Autorin: Valerie Lenck (Leben Lernen e. V.)

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