Wohnstätten für Menschen mit Behinderung
Das Modul Wohnstätten für Menschen mit Behinderung wurde vom DWBO in enger Zusammenarbeit mit dem Fachverband Verband Evangelischer Behindertenarbeit (VEBA) entwickelt. Seit 2005 können sich im Gebiet des Landesverbandes Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz stationäre Wohnstätten für Menschen mit Behinderung über die Ergebnisse ihres Betriebsvergleichs mit anderen Einrichtungen der Region austauschen. Der Austausch erfolgt im Rahmen von moderierten Benchmarking-Kreisen.
Die Datenbank wurde so konzipiert, dass sie auch von anderen Betreibern, beispielsweise Landesverbänden anderer gliedkirchlicher Werke oder anderer Wohlfahrtsverbände genutzt werden kann. Grundsätzlich ist damit auch ein überregionaler Kennzahlenvergleich möglich.
Alle Ergebnisse werden anonymisiert aufbereitet: Statt des Einrichtungsnamens erhält jede Einrichtung eine Teilnehmerkennung.
Die Datenerfassung erfolgt monatlich. Abgefragt werden Daten aus den Bereichen (Auswahl):
- Gewinn- und Verlustrechnung (Erlös-/Ertragsarten sowie Personal-, Sach- und Investitionsaufwand)
- Leistungsstatistik (z.B. abgerechnete Belegungstage nach Hilfebedarfsgruppen sowie mit interner oder externer Tagesstruktur)
- Personalstatistik (Mitarbeiterzahlen des Betreuungspersonals, bezahlte Arbeitszeit, Personalausfall infolge von Krankheit, Fortbildung und Urlaub)
- Strukturdaten (Platzzahlen, Anteil interne oder externe Tagesstruktur)
Das Ergebnis seiner Datenerfassung kann jeder Teilnehmer zeitnah einsehen. Innerhalb von 24 Stunden wird der automatisch generierte Teilnehmerbericht mit den eigenen erfassten Daten und den daraus vom Auswertungstool errechneten Kennzahlen per Email übersandt.
Der Vergleich mit den anderen und der Austausch der Einrichtungen untereinander erfolgt in den meist vierteljährlich stattfindenden moderierten Benchmarking-Kreisen. Neben einer regelhaft stattfindenden Erörterung von steuerungsrelevanten Kennzahlen steht jeweils auch ein Schwerpunktthema auf der Tagesordnung.
Folgende Kennzahlen werden beispielsweise wegen ihrer hohen Steuerungsrelevanz in den Benchmarking-Kreisen regelmäßig thematisiert:
a) unabhängig von der Betreuungsintensität
- Auslastung (%)
- Ergebnis je Belegungstag (EUR)
- Personalkosten Betreuung je VBE (EUR)
- Personalkosten Betreuung (Soll-Arbeitszeit) (EUR)
- Auslastung Betreuungspersonal (Brutto) (%)
- Anteil Krankheit Betreuung (%)
- Verwaltungskosten je Belegungstag (EUR)
- Realisierter Urlaubsanspruch Betreuung (%)
b) abhängig von der Betreuungsintensität
- Durchschnittliche Hilfebedarfsgruppe Gesamt (HBG)
- Durchschnittliche Hilfebedarfsgruppe intern (HBG)
- Durchschnittliche Hilfebedarfsgruppe extern (HBG)
- Anteil interne Tagesstruktur (%)
- Anteil externe Tagesstruktur (%)
- Gesamtkosten je Belegungstag (EUR)
- Nettoarbeitszeit Betreuung je Belegungstag Gesamt (Min.)
- Durchschnittlicher Betreuungsschlüssel (Bew./MA)
Inhaltliche Schwerpunktthemen in den Benchmarking-Kreisen beziehen sich beispielsweise auf das Thema Eingruppierung in Hilfebedarfsgruppen, die Verwaltungskosten, Umgang mit Personalausfall oder auch auf aktuelle Probleme für die Einrichtungen, die sich durch Änderungen der gesetzlichen Rahmenbedingungen ergeben. Eine win-win-Situation entsteht dann, wenn es gelingt, im Benchmarking-Kreis eine vertrauensvolle Atmosphäre zu schaffen und so das Lernen voneinander durch praktischen Austausch der Teilnehmer untereinander zu ermöglichen.
Beispiel für eine vergleichende Auswertung für den Benchmarking-Kreis:





