Stationäre Pflegeheime
Das Modul für stationäre Pflegeheime wurde vom DWBO in enger Zusammenarbeit mit dem Fachverband Evangelischer Verband für Altenhilfe und Pflegerische Dienste (EVAP) in Berlin-Brandenburg entwickelt. Seit 2004 tauschen sich im Gebiet des Landesverbandes Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz stationäre Pflegeheime über die Ergebnisse ihres Betriebsvergleichs mit anderen Einrichtungen der Region aus. Der Austausch erfolgt im Rahmen von moderierten Benchmarking-Kreisen.
Die Datenbank ist so konzipiert, dass sie auch von anderen Betreibern, beispielsweise Landesverbänden anderer gliedkirchlicher diakonischer Werke oder anderer Wohlfahrtsverbände genutzt werden kann. Grundsätzlich ist damit auch ein überregionaler Kennzahlenvergleich möglich.
Alle Ergebnisse werden anonymisiert aufbereitet: Statt des Einrichtungsnamens erhält jede Einrichtung eine Teilnehmerkennung.
Die Datenerfassung erfolgt monatlich. Abgefragt werden Daten aus den Bereichen (Auswahl):
- Gewinn- und Verlustrechnung (Erlös-/Ertragsarten sowie Personal-, Sach- und Investitionsaufwand)
- Leistungsstatistik (z.B. abgerechnete Patienten nach Pflegestufen sowie Hausbesuche)
- Personalstatistik (Mitarbeiterzahlen von examinierten Pflegefachkräften und Hilfskräften, bezahlte Arbeitszeit, Personalausfall infolge von Krankheit, Fortbildung und Urlaub)
- Strukturdaten (Platzzahlen, stationär, Kurzzeitpflege)
Das Ergebnis seiner Datenerfassung kann jeder Teilnehmer zeitnah einsehen. Innerhalb von 24 Stunden wird der automatisch generierte Teilnehmerbericht mit den eigenen erfassten Daten und den daraus vom Auswertungstool errechneten Kennzahlen per Email übersandt.
Der Vergleich mit den anderen und der Austausch der Einrichtungen untereinander erfolgt in den meist vierteljährlich stattfindenden moderierten Benchmarking-Kreisen. Diese werden vom Fachverband und dem DWBO gemeinsam organisiert. Neben der regelhaft stattfindenden Erörterung von steuerungsrelevanten Kennzahlen steht jeweils auch ein besonderes Schwerpunktthema auf der Tagesordnung.
Besonders steuerungsrelevante Kennzahlen sind u.a.:
- Auslastung der Einrichtung (%)
- Durchschnittliche Pflegestufe
- Gesamtkosten je Belegungstag (EUR)
- Ergebnis je Belegungstag (EUR)
- Auslastung Pflegepersonal (brutto) (%)
- Nettoarbeitszeit Pflege je Belegungstag (Min.)
- Durchschnittlicher Personalschlüssel
- Personalkosten Pflege (Soll-Arbeitszeit) (EUR)
- Anteil Urlaub in der Pflege (%)
- Anteil Krankheit in der Pflege (%)
- Realisierter Urlaub in der Pflege (%)
- Verwaltungskosten je Belegungstag (EUR)
Inhaltliche Schwerpunktthemen in den Benchmarking-Kreisen beziehen sich beispielsweise auf das Thema Auslastung, die Personaleinsatzplanung, den Umgang mit Personalausfall oder auch auf aktuelle Probleme für die Einrichtungen, die sich durch Änderungen der gesetzlichen Rahmenbedingungen ergeben. Eine win-win-Situation entsteht dann, wenn es gelingt, im Benchmarking-Kreis eine vertrauensvolle Atmosphäre zu schaffen und so das Lernen voneinander durch praktischen Austausch der Teilnehmer untereinander zu ermöglichen.
Beispiel für eine vergleichende Auswertung für den Benchmarking-Kreis:





