Ambulante Diakonie-Stationen
Das Modul für die Diakonie-Stationen wurde vom DWBO in enger Zusammenarbeit mit dem Fachverband Evangelischer Verband für Altenhilfe und Pflegerische Dienste (EVAP) in Berlin-Brandenburg entwickelt. Seit 2003 tauschen sich im Gebiet des Landesverbandes Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz ambulante Diakonie-Stationen über die Ergebnisse ihres Betriebsvergleichs mit anderen Einrichtungen der Region aus. Der Austausch erfolgt im Rahmen von moderierten Benchmarking-Kreisen.
Die Datenbank wurde so konzipiert, dass sie auch von anderen Betreibern, beispielsweise Landesverbänden anderer gliedkirchlicher diakonischer Werke oder anderer Wohlfahrtsverbände genutzt werden kann. Grundsätzlich ist damit auch ein überregionaler Kennzahlenvergleich möglich.
Alle Ergebnisse werden anonymisiert aufbereitet: Statt des Einrichtungsnamens erhält jede Einrichtung eine Teilnehmerkennung.
Die Datenerfassung erfolgt monatlich.
Abgefragt werden Daten aus den Bereichen (Auswahl):
- Gewinn- und Verlustrechnung (Erlös-/Ertragsarten sowie Personal-, Sach- und Investitionsaufwand)
- Leistungsstatistik (z.B. abgerechnete Patienten nach SGBV- bzw. SGBXI-Leistungen sowie Hausbesuche)
- Personalstatistik (Mitarbeiterzahlen von examinierten Pflegefachkräften und Hilfskräften, bezahlte Arbeitszeit, Personalausfall infolge von Krankheit, Fortbildung und Urlaub)
Das Ergebnis seiner Datenerfassung kann jeder Teilnehmer zeitnah einsehen. Innerhalb von 24 Stunden wird der automatisch generierte Teilnehmerbericht mit den eigenen erfassten Daten und den daraus vom Auswertungstool errechneten Kennzahlen per E-Mail übersandt.
Ein Vergleich mit den anderen und der Austausch der Einrichtungen untereinander erfolgt in den meist vierteljährlich stattfindenden moderierten Benchmarking-Kreisen. Diese werden vom Fachverband und dem DWBO gemeinsam organisiert. Neben einer regelhaft stattfindenden Erörterung von steuerungsrelevanten Kennzahlen steht jeweils auch ein besonderes Schwerpunktthema auf der Tagesordnung.
Folgende Kennzahlen werden beispielsweise wegen ihrer hohen Steuerungsrelevanz in den Benchmarking-Kreisen regelmäßig thematisiert:
- Ergebnis je Stunde (EUR/h)
- Umsatzanteil SGBV (%)
- Umsatzabteil SGB XI (%)
- Umsatzerlöse pro Hausbesuch (EUR)
- Zeit pro Hausbesuch (Minuten)
- Ausschöpfung Pflegepauschale PS 1 (%)
- Ausschöpfung Pflegepauschale PS 2 (%)
- Ausschöpfung Pflegepauschale PS 3 (%)
- Personalausfall Krankheit (%)
- Personalauslastung (brutto) (%)
Inhaltliche Schwerpunktthemen in den Benchmarking-Kreisen beziehen sich beispielsweise auf das Thema Auslastung, die Personaleinsatzplanung, den Umgang mit Personalausfall. Ebenso kann ein Austausch über aktuelle Probleme von Einrichtungen, die sich durch Änderungen der gesetzlichen Rahmenbedingungen ergeben, stattfinden. Eine win-win-Situation entsteht dann, wenn es gelingt, im Benchmarking-Kreis eine vertrauensvolle Atmosphäre zu schaffen und so das Lernen voneinander durch praktischen Austausch der Teilnehmer untereinander zu ermöglichen.
Beispiel für eine vergleichende Auswertung für den Benchmarking-Kreis:





