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Über eigene Grenzen gehen

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Kunst-Austausch-Projekt verbindet Menschen mit geistiger Behinderung aus Berlin und dem polnischen Hajnowka.

Berlin. Trommelrhythmen klingen durch den lauen Sommerabend. Im Garten des Falkenberger Jugendgästehauses liegt der Duft von Grillwürstchen in der Luft. „Die Trommel hat ihre eigene Sprache“, sagt Simone Lehmann, Betreuerin im Behindertenhilfe-Verbund Lebensräume Darßer Straße des Evangelischen Jugend- und Fürsorgewerkes (EJF). Schnell hat sie mit einer Gruppe junger Leute mit geistiger Behinderung in den selben Rhythmus gefunden. Darunter sind auch Janine (20) aus Berlin und Adam (17) aus der ostpolnischen Stadt Hajnowka.

Sieben Frauen und Männer mit geistiger Behinderung aus Polen im Alter zwischen 18 und 27 Jahren sind in der deutschen Hauptstadt zu Gast, um mit sieben Berliner Altersgenossen eine Woche lang künstlerisch tätig zu sein. Von jeder Seite sind auch je drei Betreuerinnen und eine Dolmetscherin dabei. Der Name des Projekts bringt es auf den Punkt: „Kunst ohne Grenzen“.

Das Projekt trage dazu bei, die Städtepartnerschaft zwischen Berlin-Lichtenberg und der Stadt Hajnowka in Polen mit Leben zu füllen, sagt Bezirksbürgermeisterin Christina Emmrich (Die Linke), die sich persönlich ein Bild von der deutsch-polnischen Begegnung macht. Gerade für Menschen mit Behinderungen habe die Erfahrung, bei Fremden in einem anderen Land angenommen zu werden, eine ganz besondere Bedeutung, fügt sie hinzu. Darüber hinaus sieht die Bürgermeisterin in dem Motto „Kunst ohne Grenzen“ noch einen weiteren Sinn: „Die jungen Leute spüren zugleich, wie sie durch unterschiedliche künstlerische Betätigungen ihre eigenen Grenzen überschreiten.“

Die künstlerischen Aktivitäten, die die Jugendkunstschule Berlin den Projektteilnehmern anbietet, sind so vielfältig, wie die jungen Menschen, die sich darin ausprobieren. Janine liebt Bleistiftzeichnungen, Adam findet Linolschnitte und Graphiti-Schablonen ganz toll. Der 17-jährige Pole ist das erste Mal in Berlin. Ihm hat hier bislang eigentlich alles gut gefallen, ganz besonders der Besuch im Zoo. Und obwohl er kein Deutsch spricht, ist sich der junge Mann mit geistiger Behinderung sicher: „Irgendwie kann ich mich schon verständigen.“

Kunst sei für Menschen mit geistiger Behinderung eine unheimlich wichtige Ausdrucksform, vor allem wenn sie Schwierigkeiten haben, sich sprachlich zu artikulieren, betont der Diplom-Sozialpädagoge Michael Schlüter, Leiter der Lebensräume Berlin, Verbund Darßer Straße. Für die Bewohner der Einrichtungen in Berlin und Hajnowka sei die Teilnahme an dem außerschulischen internationalen Austauschprogramm zugleich eine „einmalige Gelegenheit, die Kultur, Lebensweise und die unmittelbaren Lebensbedingungen der Menschen im Nachbarland kennenzulernen“, hebt er hervor.

Gleich nach dem Aufenthalt in Berlin findet der Gegenbesuch der Deutschen in der 22.000 Einwohner zählenden polnischen Stadt an der Grenze zu Weißrussland statt. Schlüter dankt vor allem den Behindertenwerkstätten in Berlin, die durch kurzfristige Freistellungen den deutschen Teilnehmern die Reise ermöglicht haben. Sein Dank gilt zugleich dem Deutsch-polnischen Jugendwerk, dem Berliner Bezirk Lichtenberg und der EJF-Stiftung, die den internationalen Austausch finanziell unterstützen. 

EJF

Foto (links nach rechts): Michael Schlüter, EJF, Leiter des Verbunds Lebensräume Darsser Straße, Leiterin der Behinderten-Einrichtung in Polen, Karin Strumpf, Mitarbeiterin im Bezirksamt Lichtenberg, Christina Emmrich, Bezirksbürgermeisterin

EJF

Foto: Junge Menschen mit Behinderungen aus dem polnischen Hajnowka zu Besuch in Berlin-Lichtenberg

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an Heiko Krebs, EJF gemeinnützige AG, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Tel.: 030 84388978

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