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Stellungsnahme des Deutsch-Arabischen Zentrums zu „arabischen Kinderdealern“

Berlin. Mit Besorgnis und Bedenken verfolgen wir im Deutsch-Arabischen Zentrum das aktuelle Thema und die Debatte um den Missbrauch von Kindern als Drogendealer, die auf Berliner Straßen und in Bahnhöfen eingesetzt werden. Wir fühlen uns damit direkt betroffen und angesprochen, da wir im Deutsch-Arabischen Zentrum (DAZ), einem gemeinsamen Projekt zwischen dem Evangelischen Jugend- und Fürsorgewerk (EJF) und 13 arabischen Vereinen, seit zwei Jahren im Bereich Soziales, Integration und Bildung tätig sind. Hauptaugenmerke unserer Arbeit liegen hierbei auf der Stärkung der Erziehungskompetenz von Familien mit arabischem Hintergrund und Betreuung von straffällig gewordenen Kindern und Jugendlichen.

Aus diesen Gründen sehen wir uns verpflichtet, in Bezug auf die aktuellen Ereignisse, den Verantwortlichen, der Presse und den Betroffenen selbst entgegen zu kommen. Unsere große Befürchtung ist eine Politisierung und Instrumentalisierung der Geschehnisse, anstatt ernsthaft nach einer Lösung zu suchen.

Nach Ansicht der arabischen Vereine innerhalb des DAZ sollen vor allem die kriminellen Männer und Clan-Chefs hinter den Kindern gefasst und bestraft werden. Bei diesem Phänomen der Kinderdealer handelt es sich um wenige Einzelfälle. Die betroffenen Kinder sind selbst Opfer und keine Täter. Das ist eine neue Art von Kindesmissbrauch, mit dem wir uns alle auseinandersetzen müssen.

Die Mitarbeiter und Vereinsvertreter des DAZ beraten sich mit ihrem Kooperationspartner EJF über die Möglichkeiten der Unterbringung dieser straffälligen Kinder in den bereits vorhandenen Heimen des EJF außerhalb Berlins. Außerdem plant EJF derzeit im brandenburgischen Raum eine Einrichtung, in der freiheitsentziehende Maßnahmen möglich sind und deren Mitarbeiter auf die Betreuung von delinquenten Kindern unter 14 Jahren spezialisiert sein sollen. Wir betonen noch einmal, dass der richtige Umgang mit strafmündigen Kindern eine intensive pädagogische Betreuung beinhalten muss.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an Heiko Krebs, EJF gemeinnützige AG, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Tel.: 030 84388978, E-mail: presse@ejf.de

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