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Praktikum in Lobetal: Bernauer Schüler lernten soziale Berufe kennen

Ralf Klinghammer und Aimèe Waesche, Jugendsozialarbeiterin, bei der Übergabe der Zertifikate

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Praktikum in Lobetal: Bernauer Schüler lernten soziale Berufe kennen

38 Schülerinnen und Schüler der Klassen 9b und 9c der Bernauer Oberschule am Rollberg erhielten am letzten Schultag, 20. Juni, bei der Zeugnisausgabe auch ein Zertifikat über die erfolgreiche Teilnahme an einem berufsorientierenden Praktikum in der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal (HStL).

Schulleiterin Verena Kuhl und Ralf Klinghammer, Fachbereichsleiter für Kinder- und Jugendhilfe der HStL, überreichten das Dokument. Das Praktikum wurde im Rahmen des Projektes  „Initiative Oberschule“ (IOS) in allen Arbeitsbereichen der Lobetaler Einrichtungen absolviert - von der Altenpflege über die Behinderten-, Jugend- und Suchthilfe, Kindertagesstätten und technischem Dienst bis zum Finanz- und Rechnungswesen.

Ziel dieses Projektes war es, den Schülerinnen und Schülern eine erste Berufsorientierung zu ermöglichen und ihnen Grundkenntnisse für soziale Berufe zu vermitteln. Damit verbunden: Die Fortentwicklung von Sozialkompetenzen und somit die Entwicklung der Persönlichkeit. Wer einmal mit alten Menschen oder mit Menschen mit Beeinträchtigungen zu tun hatte, weiß, wie wichtig Hilfe ist und was es bedeutet, auf Hilfe angewiesen zu sein. Mögliche Berufsbilder reichen von pädagogischen Fachkräften in der Behinderten-, Jugend- und Suchthilfe über die Altenpflege, Erzieherin oder Erzieher in Kindertagesstätten, Gruppenleiter in den Werkstätten für Menschen mit Beeinträchtigungen bis hin zu Koch oder Köchin in der Großküche oder zur Buchhaltung im Finanz- und Rechnungswesen. Begleitet wurden die Praktikanten von Sozialpädagogen und Fachpersonal der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal.

Da die gesellschaftliche Akzeptanz von Menschen mit Beeinträchtigungen nicht immer selbstverständlich ist, kommt es darauf an, das Mit-, Für- und Nebeneinander zu fördern und besonders junge Menschen heranzuführen, um damit auch ihre soziale Entwicklung zu unterstützen. Das Projekt wurde aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds, der Bundesagentur für Arbeit und des Landes Brandenburg finanziell gefördert. 

Im Lobetaler Praktikum wurde wieder einmal bestätigt: Man wächst an seinen Aufgaben. Die im Alltag kaum vorhandenen Berührungspunkte mit sozialen Einrichtungen und besonders mit deren Bewohnern führten zu Beginn des Projektes zu Unsicherheiten. Bald zeigte sich jedoch: Die Schülerinnen und Schülern bewerten ihre Erfahrungen äußerst positiv. Hinsichtlich der Berufsorientierung wurden tatsächlich Berufswünsche gefestigt und sogar weitere Praktika mit den jeweiligen Dienststellen vereinbart. Oder: Ein Schüler musste die Erfahrung machen, dass sein Berufswunsch „Koch“ aufgrund seiner Körpergröße nicht in Frage kommen wird, da ihm die genormten Einrichtungsgegenstände Probleme bereiten.

Auch die Schülerinnen und Schüler, die ihre berufliche Zukunft anderswo sehen, gaben ihrer Praktikumsstelle positive Rückmeldungen: „Mir hat es richtig Spaß gemacht, hier zu arbeiten“. Die Unsicherheiten etwa im Umgang mit Menschen mit Beeinträchtigungen waren schnell überwunden. Viele Praktikanten waren über sich selbst erstaunt, wie sie mit bislang fremden Situationen umgehen können.

Andere stellten fest, dass die Konzentrationsfähigkeit mancher Bewohner von Einrichtungen der Behindertenhilfe besonders gut ausgeprägt ist. Die eigene Ausdauer und Konzentrationsfähigkeit ließ hingegen zu wünschen übrig. Das zeigte sich beispielsweise beim Spiel „Mensch ärgere dich nicht“.  Den Schülerinnen und Schülern wurde deutlich, wo sie an sich selbst noch arbeiten müssen.

Weitere Informationen:
Ralf Klinghammer, Fachbereichsleiter Jugendhilfe / Suchthilfe
Tel: 03338-66-710  / Fax: 03338-66-712
Mobil: 0170/6834181
r.klinghammer@lobetal.de
www.lobetal.de

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