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Arbeitshilfe zum Diakoniesonntag: "Demokratie gewinnt! Ein Auftrag für Kirche und Diakonie" Das Motto der diesjährigen Arbeitshilfe zum Diakoniesonntag greift unter anderem die Landtagswahl in Brandenburg auf, die 2014 in den Diakoniemonat September fällt. Mit den vorgelegten Bausteinen kann ein Themengottesdienst gestaltet werden. mehr…

 
 
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Grenzen als Chance - EJF bietet Einrichtungen mit zeitweiliger Verschlussmöglichkeit

Berlin. In der Diskussion um offene und geschlossene Heime für delinquente Kinder unter 14 Jahren hält das Evangelische Jugend- und Fürsorgewerk (EJF) an seinem über zehn Jahre bewährten Grundsatz „Menschen statt Mauern“ fest. Die Grundlage für eine erfolgreiche Arbeit ist und bleibt eine intensive individuelle Betreuung der Kinder rund um die Uhr durch engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Achtung und Respekt für die jungen Menschen sind die Grundvoraussetzung dieser Arbeit. Grenzen werden nur gesetzt, um Aggressivität und Delinquenz zu stoppen. Dabei bilden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die über Erfahrungen in der Arbeit mit sehr schwierigen Kindern verfügen, den Kern des multiprofessionellen und pädagogisch-therapeutischen Teams. Jedes Kind hat seinen Bezugsbetreuer. Der Betreuungsschlüssel ist hoch. In einer Einrichtung für acht Kinder betreut ein pädagogischer Mitarbeiter ca. drei Kinder. Außerdem arbeiten Psychologen, Therapeuten und Hauswirtschaftskräfte in den Wohngruppen. Ständig sind mindestens zwei pädagogische Mitarbeiter gleichzeitig im Dienst.

Die Erfahrung des EJF  mit psychisch auffälligen und delinquenten Kindern zeigt in den letzten Jahren, dass die Kinder immer weniger mit pädagogischen Mitteln zu erreichen sind und eine massive Abwehrhaltung gegenüber Hilfen von Außen an den Tag legen. Zugleich stellen die Pädagogen eine zunehmende Aggressivität und vielfältige psychische Störungen bei den Kindern fest, so dass wegen des Schutzbedürfnisses der Allgemeinheit aber auch zum Schutz des einzelnen Kindes, (z. B. bei Missbrauch des Kindes als „Strichjunge“, als Kinderprostituierte oder als Drogendealer) die Möglichkeit bestehen sollte, für eine gewisse Zeit freiheitsentziehende Maßnahmen zu ergreifen.

Dabei geht es nicht darum, die Kinder wegzuschließen oder zu bestrafen sondern pädagogisch auf sie einzuwirken. Freiheitsentziehende Maßnahmen sind daher nur als „letztes, zeitlich möglichst eng zu begrenzendes Mittel“ anzuwenden. Sie dienen in erster Linie dazu, die Kinder und Jugendlichen zur Besinnung kommen zu lassen und so eine Erziehung wieder möglich zu machen. Dabei ist in der Forschung klar, dass freiheitsentziehende Maßnahmen bei Kinder und Jugendlichen nur dann Erfolg haben können, wenn sie von ihnen selbst als „freiwillige, dem Eigenschutz dienende Maßnahme“ akzeptiert werden. 

Auf dem Gelände des ehemaligen Guts Johannesberg in Rauen plant das EJF eine pädagogisch-therapeutische Einrichtung mit vier Wohngruppen für insgesamt 32 psychisch auffällige, teilweise delinquente Kinder und Jugendliche im Alter von zwölf bis 16 Jahren. Nur eine Wohngruppe davon mit acht Plätzen ist mit der Möglichkeit der freiheitsentziehenden Maßnahmen konzipiert. Es sollen baulich-technische Sicherungen installiert werden, um ein Entweichen der Kinder und Jugendlichen vor allem in der Nacht zu verhindern. Dazu zählen abschließbare Fenster, durchtrittsichere Türen, eine akustische Alarmanlage, die bei unerlaubtem Verlassen der Zimmer während der Nachtruhe anschlägt, Rundgänge durch die Mitarbeiter in der Nacht, ein Notfalltelefon für den diensthabenden Mitarbeiter sowie eine Sofortschaltung zur Polizei. 

Darüber hinaus soll in Rauen, einem für diese Zielgruppe ideal geeigneten Gelände,  sofern die notwendigen investiven Mittel von rund zwei Millionen Euro aufgebracht werden, ein Antiaggressionsraum, auch Time-Out-Raum genannt, geschaffen werden. Dieser soll dann einbezogen werden, wenn keine pädagogischen Handlungs- und Kriseninterventionsmöglichkeiten mehr greifen und die akute Gefahr besteht, dass das betroffene Kind sich selbst oder andere gefährdet. Eine freiheitsentziehende Maßnahme erfolgt dabei nie ohne pädagogische Begleitung und wird lückenlos dokumentiert.

Der Betreuungsalltag unterscheidet sich in dieser fälschlicherweise als „geschlossen“ bezeichneten, besonders konzipierten Gruppe nicht von den anderen stadtfernen sozialpädagogischen Jugendhilfeeinrichtungen des EJF. Er ist geprägt durch eine engmaschige Tagesstruktur, klare Regeln, verbindliche Absprachen zwischen Pädagogen und Kindern, die strikt eingehalten werden müssen. In der Einrichtung besteht die Pflicht, die Schule zu besuchen. Der Unterricht erfolgt in kleinen Gruppen, mitunter gibt es auch Einzelunterricht. Am Nachmittag werden praktische Tätigkeiten auf dem Gelände und eine sinnvolle Freizeitgestaltung angeboten. Freiheitsentziehende Maßnahmen sind solange wie nötig gerechtfertigt und sollen so schnell wie möglich aufgehoben werden.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an

Heiko Krebs,
EJF gemeinnützige AG, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit,

Tel.: 030 84388978, E-mail: presse@ejf.de

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