Diakonie macht Berlin mobil! "Rad statt ratlos" - 1.500 Fahrräder wurden gesammelt
Seit März 2010 werden wieder berlinweit gebrauchte Fahrräder gesammelt und in sozialen Werkstätten aufgearbeitet, um diese „generalüberholten Fahrräder“ an Menschen abzugeben, die bis dahin kein Geld für andere Fortbewegungsmöglichkeiten hatten.
Jetzt kann eine Bilanz gezogen werden:
Noch nie wurden in einem so kurzen Zeitraum so viele Fahrräder von den Berlinerinnen und Berlinern gespendet.
Fast 1.500 Fahrräder wurden im gesamten Berliner Raum abgeholt und schon zu einem großen Teil in den sozialen Werkstätten generalüberholt, um dann einen neuen Besitzer zu bekommen. 1.570 Berechtigungskarten für Fährräder wurden bereits ausgegeben. Die Inhaber der Karten können in den nächsten Wochen ihre neuen Fahrräder abholen. Die Reparatur der Fahrräder nahm jedoch mehr Zeit in Anspruch, als ursprünglich geplant war, da der Zustand der Fahrräder deutlich schlechter war als noch vor fünf Jahren. Es können weiterhin noch Fahrräder gespendet werden.
Susanne Kahl-Passoth, Direktorin des Diakonischen Werkes freut sich: "Ein tolles Ergebnis, ich kann nur Danke sagen den vielen Spendern. Diese Fahrräder haben so viele Menschen glücklich gemacht. Zum Beispiel hat mir ein Mann erzählt, dass er damit seine kranke Mutter wieder öfter besuchen fahren kann. Eine andere Frau hat berichtet, dass sie jetzt besser zu den Bewerbungsgesprächen in andere Bezirke kommt. Eine Mutter von zwei Jungs war überglücklich, endlich auch Fährräder zu bekommen. Gerade Kinderfahrräder werden nach wie vor dringend gebraucht. Jedes zweite Kind in Berlin lebt unter der Armutsgrenze, da ist ein Fahrrad Luxus. Da sage ich doch: Wenn Politiker nur reden und resignieren, die Berliner helfen!"
Hintergrundinformationen: Diakonie macht Berlin mobil - „RAD statt RATLOS“ ist ein Projekt des Diakonischen Werkes Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz e.V. im Rahmen des Europäischen Jahres gegen Armut und soziale Ausgrenzung. Das Projekt funktioniert mit Fahrrad- und Fahrradzubehör-Spenden! Der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Dr. Markus Dröge, hat die Schirmherrschaft für „RAD statt RATLOS“ übernommen. Mobil im Alltag ohne Sozialticket. Ziel des Projektes ist es, Menschen mit geringen Einkommen durch ein Fahrrad mehr Mobilität zu ermöglichen. Denn die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel oder gar das Autofahren sind z. B. mit ALG II kaum bezahlbar. Bei „Hartz IV“ bleiben für Verkehrskosten nur knapp 15 Euro. Das Sozialticket der BVG kostet jedoch 33,50 Euro. Da die Lösung nicht heißen kann, dass die Betroffenen fortwährend weite Strecken zu Fuß gehen müssen, möchte die Diakonie durch diese Aktion möglichst vielen Berlinerinnen und Berliner durch ein Fahrrad etwas mehr Unabhängigkeit schenken.
Weitere Informationen: www.rad-statt-ratlos.de
Kontakt: Hermann Pfahler, Diakonisches Werk, 030-82097-291


