Diakonisches Werk zeichnete vier „vielfältige“ Initiativen mit der Wichern-Plakette aus

Das Diakonische Werk zeichnete beim Jahresempfang am 01. Juli vier Projekte aus dem Bereich Nachbarschaftsarbeit aus: ESTAruppin e.V., das Mehrgenerationenhaus der evangelischen Paul-Gerhardt-Kirchengemeinde Spandau, tam. Interkulturelles Familienzentrum (DW Berlin Stadtmitte) und Campus Hedwig (SozDia-Stiftung-Berlin Gemeinsam Leben Gestalten). Der Vorstand des DWBO verleiht die Wichern-Plakette seit 1991 für herausragendes Engagement und Einsatz für den Nächsten.

Der Baum der Vielfalt auf dem Jahresempfang 2015
Diakoniedirektorin Barbara Eschen (stehend) beobachtet Martin von Essen beim Basteln. Kinder von ESTAruppin zeigen, wie es geht.
01.07.2015

 

ESTAruppin e.V.
Im Verein ESTAruppin bündelt der evangelische Kirchenkreis Wittstock-Ruppin seine gemeindediakonische Arbeit. Gerade im ländlichen Raum lebt die Mitgestaltung des sozialen Umfelds von Vernetzung und Kooperation. Die Partner von ESTAruppin sind vielfältig, vom Handwerk und Bau über den Gesundheitsbereich bis zum Landkreis. Projekte wie der Bauspielplatz Wilde Blüte sind milieu- und generationenübergreifend konzipiert. Der Anspruch ist es, Menschen für ein wirkliches, über die eingefahrenen Schranken des sozialen Status hinaus verbindendes Gemeinwesen zu begeistern. Hierzu gehört verstärkt die Flüchtlingsarbeit wie auch die Unterstützung arbeitssuchender Menschen auf der Suche nach einer neuen Lebensperspektive. Die neue „Werkstatt Südstadt“ macht es möglich, im Quartier ideellen Mehrwert durch die Stärkung des nachbarschaftlichen Miteinanders wie auch baulichen Mehrwert durch die Verschönerung der Wohngegend zu schaffen. Der Vereinsname ESTAruppin setzt sich aus der Abkürzung ESTA für die Gründungsidee EinsetzenSTattAussetzen und ruppin als Verweis auf den regionalen Bezug zusammen.

Mehrgenerationenhaus der evangelischen Paul-Gerhardt-Kirchengemeinde Spandau
Das Mehrgenerationenhaus der Paul-Gerhardt-Kirchengemeinde wurde als Bildungs- und Veranstaltungsort in Berlin-Spandau in engem Kontakt mit der Kommune aufgebaut. Rund 200 Ehrenamtliche engagieren sich in dieser intensiven Nachbarschaftsarbeit, auch leitende Funktionen sind ehrenamtlich besetzt. Mit dem Stadtteilcafé, der Ausgabestelle von Laib & Seele (vorwiegend von Betroffenen selbst durchgeführt), den zahlreichen Bildungs- und Beratungsangeboten für Menschen jeden Alters wie Mieter- oder Rentenberatung, Gesundheitsthemen, Kindertanz, Englischunterricht usw. ist das Mehrgenerationenhaus zu einer wichtigen und viel frequentierten Anlaufstelle im Quartier geworden. Menschen aus dem Mehrgenerationenhaus beteiligen sich aktiv an den Bürgergremien des Stadtteils und leisten die Vernetzungsarbeit im Bezirk.

tam. Interkulturelles Familienzentrum (DW Berlin Stadtmitte)
Der tam. ist ein Interkulturelles Familienzentrum und befindet sich in einem ehemaligen Schulgebäude in Kreuzberg, in einem Gebiet, das direkt an den Potsdamer Platz angrenzt und zwischen dem Mehringplatz, dem Anhalter Bahnhof und dem Check Point Charly liegt. Für Familien gab es in der Vergangenheit nur wenig Orte, sich zu treffen und miteinander  auszutauschen. In den letzten Jahren sind über das Jugendamt verschiedene Angebote für Familien geschaffen worden, die als Anlaufstelle dienen und frühzeitig Familien begleiten und unterstützen wollen. Dazu gehört auch das Interkulturelle Familienzentrum tam. zusammen mit einer Kita, das Ende August 2012 auf dem Gelände der ehemaligen Carl – Friedrich Zelter Schule seine Tore für Familien geöffnet hat. Den tam. gibt es in dieser Region als Familientreffpunkt mit einer Sozialberatung seit über 30 Jahren und er ist deshalb vielen Familien eine vertraute Einrichtung.

Campus Hedwig (SozDia-Stiftung-Berlin Gemeinsam Leben Gestalten)
Die SozDia, ursprünglich ein Verein aus Berlin-Lichtenberg, ist seit einigen Jahren auch in Berlin-Hohenschönhausen in der sozialdiakonischen Stadtteilarbeit aktiv. 2015 wurde nun der Neubau des „Campus Hedwig“ bezogen. Dort wirken mehrere Beratungs- und Unterstützungseinrichtungen zusammen, die sich mit ihren generationsübergreifenden Angeboten an alle Anwohner_innen des Stadtteiles wenden. Die Kindertagesstätte Hedwig, das „Stadtteilzentrum Hedwig“ und die Beratungsstelle „FLEXible Erziehungshilfen“ mit ihren vielfältigen Treffpunkten und Kursen für Familien und Jugendliche haben hier ihren Platz. Eine Besonderheit: Die Arbeit mit Menschen aller Milieus und Altersstufen wird vom Bildungsaspekt her gedacht („Campus“).

 

Diakonie. Für Vielfalt in der Nachbarschaft
Der diesjährige Jahresempfang stand im Zeichen des Jahresmottos „Diakonie. Für Vielfalt in der Nachbarschaft“. Diakonie geschieht an vielen Stellen und auf unterschiedliche Weise in unseren Einrichtungen, Kirchengemeinden und Projekten. Damit leisten Kirche und Diakonie wichtige Beiträge zu gesellschaftlichen Entwicklungen. Menschen werden individuell unterstützt und zugleich das Miteinander von uns allen gefördert. Es geht um den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft, und darum, dass jede/r in ihr ihren/seinen Platz hat.

Mehr Information zum Monat der Diakonie im September 2015 finden Sie HIER.
 

Zur Wichern-Plakette:
Die Wichern-Plakette ist das Dankzeichen des Diakonischen Werkes Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz und wird seit 1991 für herausragendes Engagement und Einsatz für den Nächsten verliehen. Sie trägt das Bildnis des Begründers der Inneren Mission, Johann Hinrich Wichern (1808-1881), und erinnert an den Auftrag Christi: „Einer trage des anderen Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.“ (Galater 6, 2). Die Plakette wird ausschließlich durch das Diakonische Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz verliehen. 90 Projekte wurden bisher ausgezeichnet.